Was gilt als Barzahlung?

Unter Barzahlung sind gemäß § 132a Abs. 1 neben Münzen und Scheinen der jeweiligen Landeswährung auch Bankomat- und Kreditkartenzahlungen oder durch andere vergleichbare elektronische Zahlungsformen zu verstehen. Barschecks, sowie vom Unternehmer ausgegebene und von ihm an Geldes statt angenommene Gutscheine, Bons, Geschenkmünzen und dergleichen gelten ebenfalls als Barzahlung.

 

Belegerteilungspflicht

Eine generelle Belegerteilungspflicht mit entsprechenden Inhalten zur Nachprüfbarkeit der Unveränderbarkeit reduziert das Risiko von „Schwarzkassen“ bzw. Kassen, die über kein ausreichendes Sicherheitssystem verfügen erheblich. Es wird die gesetzliche Verpflichtung geschaffen, Belege mit bestimmten Mindestinhalten auszustellen und dem Kunden auszufolgen.

Alternativ kann der Beleg dem Kunden auch über ein gesichertes System elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Als Vorrichtung zur elektronischen Übermittlung von Zahlungsbelegen ist eine Softwarekomponente zu verstehen, die zum Beispiel bei Abschluss eines Online-Geschäftes mit einem in Österreich steuerpflichtigen Unternehmen eine Zahlungsbestätigung mit elektronischer Signatur zum Download bereitstellt.

Der Beleg muss laut § 132a Abs. 3 mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Eine eindeutige Bezeichnung des liefernden oder leistenden Unternehmers
  • Eine Kassenidentifikationsnummer
  • Eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung des Geschäftsvorfalles einmalig vergeben wird
  • Den Tag und die Uhrzeit der Belegausstellung
  • Die Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und der Umfang der sonstigen Leistungen (Bloße Sammelbegriffe oder Gattungsbezeichnungen wie z.B. Speisen, Getränke, Lebensmittel, Büromaterial, Bekleidung,… stellen keine handelsübliche Bezeichnung dar. Lohnarbeit, Reparaturen, Fuhrleistungen ohne weitere Angaben sind nicht ausreichend.)
  • Den Betrag der Barzahlung nach Steuersätzen getrennt
  • Inhalt des maschinenlesbaren Codes

Die normierte Mitnahmeverpflichtung stellt keine dem Finanzstrafgesetz sanktionierbare Finanzordnungswidrigkeit (Verletzung der Aufbewahrungspflicht) dar.

Aufbewahrungsverpflichtung

Vom Beleg ist eine Durchschrift oder im selben Arbeitsgang mit der Belegerstellung eine sonstige Zweitschrift anzufertigen und sieben Jahre aufzubewahren.
Als Zweitschrift im Sinn dieser Bestimmung gilt auch die Speicherung in Form von Journalen auf Datenträgern, wenn die Geschäftsvorfälle spätestens gleichzeitig mit der Belegerstellung erfasst werden.
Die Aufbewahrungsverpflichtung gilt neben Zweitschriften auch für die in §132a Abs. 4 genannten Unterlagen. Sie beginnt mit der Belegerstellung und beträgt sieben Jahre ab Schluss des Kalenderjahres, in dem der Beleg ausgestellt wurde.
Die Durchschrift (Zweitschrift) zählt zu den Büchern oder Aufzeichnungen gehörigen Belegen.

Das Datenerfassungsprotokoll, der Startbeleg nach der Registrierung der Signaturerstellungseinheit, der Monats-, Jahres- und Schlussbeleg sind ebenfalls sieben Jahre ab Schluss des Kalenderjahres aufzubewahren.

Kassenausfall – was tun?

Es gibt keine grundsätzliche Verpflichtung zur ständigen Bereithaltung eines redundanten 2. Aufzeichnungssystems. Bei Ausfall der Kasse ist der Zeitpunkt des Ausfalls, die Umstände (was nicht funktioniert) und die sofortigen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Technik zu dokumentieren. Ersatzaufzeichnungen (z.B. händische Rechnungen, Paragons) sind zu führen.

Wann mach ich mich strafbar?

Laut § 39 Finanzstrafgesetz macht sich ein Unternehmer des Abgabenbetruges schuldig, wer Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung begeht. Und zwar unter Verwendung von

  • falscher oder verfälschter Urkunden, falscher oder verfälschter Daten
  • Scheingeschäften oder anderen Scheinhandlungen (§ 32 BAO)
  • Programmen, mit deren Hilfe Daten verändert, gelöscht oder unterdrückt werden können

Die Finanzordnungswidrigkeit wird mit einer Geldstrafe bis zu 50.000 Euro geahndet.

Nur, wenn Kassen den gegenwärtigen technischen Standard erfüllen, ist sicher, dass sie auch den gesetzlichen Regelungen entsprechen können.

Bin ich von der Registrierkassenpflicht betroffen?

  • Betriebe, die überwiegend barzahlende Kunden (>= 50% der Anzahl der Geschäftsfälle) und mehr als 15.000 Euro Nettojahresumsatz haben (davon müssen mindestens 7.500 Euro Barumsätze sein), brauchen eine gesicherte Registrierkassa in Österreich. Spätestens mit Beginn des drittfolgenden Monats nach dem erstmaligen Überschreiten dieser Umsatzsumme und der Anzahl der Bar-Geschäftsfälle, muss eine elektronische Registrierkasse eingesetzt werden. Die Registrierkassenpflicht bleibt grundsätzlich für die folgenden Jahre bestehen.
  • Berufe mit „kalten Händen“ sind erst ab 30.000 Euro Nettojahresumsatz von der Registrierkassenpflicht betroffen. Das sind Unternehmen, die Umsätze von Haus zu Haus oder auf öffentlichen Orten tätigen.
  • Mobile Gruppen, wie Masseure, Hebammen, Tierärzte, etc. dürfen ihre Umsätze mittels Paragon händisch aufzeichnen, müssen diese aber im Nachhinein über eine Registrierkassa am Betriebsort erfassen.
  • Entbehrliche Hilfsbetriebe von gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Vereinen („kleine Vereinsfeste“) sollen weiterhin mit Kassensturz aufzeichnen können.
  • Unternehmen, die überwiegend Rechnungen ausstellen und nicht bar kassiert werden, müssen ihre Umsätze nicht über eine Registrierkasse aufzeichnen.
  • Für Automatenumsätze gilt die Registrierkassenpflicht nicht, wenn sie keine Belege erzeugen (z.B. Getränkeautomaten oder Zigarettenautomaten). Verfügt der Automat über Kassenfunktionen und gibt einen Beleg oder Ticket aus, muss die Registrierkassenpflicht angewendet werden.
  • Für Automaten besteht weder eine Registrierkassenpflicht noch eine Belegerteilungspflicht, wenn die Einzelumsätze 20 Euro nicht übersteigen.
  • Für Fahrausweisautomaten, für Beförderung im Personenverkehr, besteht keine Registrierkassenpflicht, wenn die vollständige Erfassung der Fahrausweise gewährleistet ist.
  • Webshops, bei denen keine Gegenleistung durch Bezahlung mit Bargeld unmittelbar an den Leistungserbringer erfolgt und denen im Wege einer Online-Plattform abgeschlossene Vereinbarungen zugrunde liegen, sind von der Registrierkassenpflicht ausgenommen.

Was bedeutet das für mich?

Wenn Ihr österreichisches Unternehmen von der Registrierkassenpflicht 2015 betroffen ist, sollten Sie sich rechtzeitig nach einem für Sie geeigneten System umschauen. Für die Anschaffung einer Registrierkasse wird eine staatliche Prämie von bis zu 200 Euro ausbezahlt. Die Aufwendungen können in voller Höhe sofort steuerlich abgesetzt werden.

Bei der Anschaffung einer PC-Kassenlösung sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite und können Ihre Kasse zusätzlich als PC für alle anderen Aufgaben in Ihrem Business nützen.

Was muss ich tun?

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir laden Sie unverbindlich für eine Demo ein. Überzeugen Sie sich von dem Nutzen einer flexiblen und allen Anforderungen der Registrierkassenverordnung entsprechenden PC-Kassenlösung.